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Schatz, bring bitte mal den Müll raus!

Freitag, 2. September 2016

Es wird ja oft behauptet, dass dies ein typischer Aufruf von vielen Ehe- und Hausfrauen an den Ehemann sein soll, um zumindest ein wenig im Haushalt zu helfen. Wenn dem wirklich so ist, dann ist das sehr traurig. Wenn man in den letzten Tagen, vielleicht auch ohne Aufforderung, den Müll herausgebracht hat, dann kam einem ein extremer Gestank entgegen, wenn man die Tonne aufklappte. Kein Wunder – bei der Hitze.  Unvorstellbar wie es in einem Müllwagen riechen würde. Und doch wurden vor zwei Wochen 150 Kinder und 30 Mitarbeiter aus dem von uns betreuten Waisenhaus in Yeh versteckt in mehreren Müllwagen nach Uganda geschmuggelt. Die Sicherheitslage liess keine andre Möglichkeit zu. Müllwagen werden an der Grenze nicht kontrolliert und sind daher ein gutes Transportmittel, sieht man vom Dreck und Gestank einmal ab.  Eine befreundete Organisation, die eine alte DC3 besitzt, hatte zuerst angeboten, die Kinder auszufliegen. Doch der Flughafen wird von den Rebellen kontrolliert. Kinder, speziell Jungs, werden abgefangen und dazu gezwungen als Kindersoldaten zu kämpfen. Wir berichten erst jetzt darüber, denn auch im tiefsten Sudan gibt es Internet und Online-Übersetzungsprogramme. Diese Kinder sind nun in Sicherheit. Wir konnten sie in einem Anbau unseres Waisenhauses in Kitgum/Uganda unterbringen. Aber viele Kinder müssen trotz der Unruhen im Südsudan bleiben. Doch die Preise für Lebensmittel explodieren. Eine Zwiebel kostet 1,40 CHF. Etwa 150 Gramm Zucker kosten zurzeit umgerechnet 2,75 CHF. Wichtige Lebensmittel wie Mais, Linsen sind überhaupt nicht zu bekommen. Die Unterernährung der Kinder nimmt extrem und rapide zu.

Offizielle Zahlen sagen aus, dass seit dem erneuten Ausbrechen der Kämpfe am 8. Juli, mehr als 80‘000 Menschen auf der Flucht in Richtung Uganda sind. Diesem afrikanischen Land geht es zwar nicht schlecht, ist aber mit dem Flüchtlingsstrom aus dem Sudan überfordert. Denn an der Grenze zwischen der Republik Kongo und Uganda leben Tausende Flüchtlinge aus dem Kongo. Wir alleine betreuen dort etwa 60‘000 Flüchtlinge jeden Tag. Und das ist nur ein Teil der Menschen, die vor Gewalt aus dem Kongo geflohen sind. Feed the Hungry war es möglich 20 Tonnen Mais zu kaufen und die wertvollen und dringend benötigten Lebensmittel zu den Kindern zu bringen, die wir im Sudan noch betreuen. Bitte helfen Sie mit einer Spende, weitere Lebensmittel zu kaufen und noch mehr Kinder in Sicherheit zu bringen.

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